Soundsmith Phonograph Cartridges

Hin und wieder stellt sich beim Evaluieren neuer oder einfach in Europa wenig bekannter Geräte ein Schock ein: Man hält ein Produkt in Händen, das neue, unerwartete Zugänge zur Tonkonserve ermöglicht und das in Frage stellt, was man bislang für akkurate Reproduktion hielt . Wenn dieses Produkt, dann auch noch die gewohnten Preis-Leistungsrelationen gehörig durcheinander bringt – dann passt einfach alles. Ein deratiges Schockerlebnis stellte sich ein, als wir die Gelegenheit bekamen, die Tonabnehmer des amerikanischen Herstellers Soundsmith zu testen.

Peter Lederman, Besitzer, Entwickler und Mastermind von Soundsmith baut unter diesem Namen seit 15 Jahren Tonabnehmer nach dem Moving Iron Prinzip. Dieses wurde ursprünglich von B&O entwickelt und beruht auf einem bewegten Eisenteilchen, das in einer fix montierten Spule mit ebenso fixem Magneten Spannung induziert. Das hat Vorteile: Die bewegte Masse ist deutlich geringer als bei MM Systemen und die Ausgangsspannung deutlich höher als bei MCs. Zusätzlich gelang es Peter Lederman in jahrelanger Entwicklungsarbeit, die eingesetzten Massen im Vergleich zu den klassischen B&O Abnehmern nochmal um fast die Hälfte zu reduzieren. Klanglich äußert sich das in einer Mühelosigkeit und tonalen Pracht, an die nur ganz wenige MC-Systeme (zu einem wesentlich höheren Preis) herankommen.

Tonabnehmer von Soundsmith decken praktisch alle Preisregionen gehobener Hifi-Cartridges ab: Von unter 300 bis über 4.000 Euro. Und sie bieten in jeder dieser Klassen herausragendes Preis-Leistungsverhältnis. Die  Export-Modelle sind selektiert und in handgearbeitete Ebenholz-Gehäuse eingesetzt. Als Nadelträger kommt bei den kleineren Modellen Aluminium, bei den teureren Rubin zum Einsatz. Mit Ausnahme des Spitzenmodells „Sussurro“ sind alle Moving Iron Systeme für den Betrieb an MM-Phonovorverstärkern geeignet.

Eine Übersicht über die derzeit erhältlichen Moving Iron Tonabnehmer von Soundsmith finden Sie hier:

Sussurro

Das Sussorro setzt neue Maßstäbe in der analogen Schallplattenwiedergabe. Peter Lederman ist es gelungen, für sein Spitzensystem die ohnedies schon sehr geringe bewegte Masse seiner Moving Iron Tonabnehmer noch weiter zu reduzieren. Das bringt Schnelligkeit und verbesserte Dämpfung. Klanglich äußert sich das in einer im Vergleich zum Voice nochmal verbesserten Auflösung und dynamischen Möglichkeiten, die selbst hochwertigsten MC-Systemen zumindest ebenbürtig ist. Einziger Nachteil dieser radikalen Entwicklung: Als einziges Soundsmith Cartridge benötigt das Sussurro einen MC-kompatiblen Vorverstärker.
Technische Daten (in Englisch)

The Voice

Als Peter Lederman The Voice präsentierte waren sich die Tester einig: Hier ist endlich ein System, das auf dem Niveau der besten MCs spielt und dennoch genügend Spannung produziert, um an einem normalen MM-Vorverstärker betrieben zu werden. Damit werden potentiell problematische  MC-Vorstufen oder teure Übertrager überflüssig.  Klanglich ist The Voice eine Klasse für sich: Die entspannte Natürlichkeit eines ausgezeichneten MMs trifft hier auf den Detailreichtum und die Dynamik der besten MC-Systeme. Das brachte Auszeichnungen mehrerer Magazine als „Product of the Year“ sowie enthusiastische Tests.  Erhältlich mit mittlerer (für mittelschwere Arme) oder hoher (für leichte Arme) Nadelnachgiebigkeit. Auch als Mono-System erhältlich.
Technische Daten (in Englisch)

Aida

Moving Iron Cartridge mit besonders interessantem Preis-Leistungsverhältnis.  Das Aida verfügt bereits über den optimized contact line Nadelschliff des Voice, hat ebenfalls einen Rubin-Nadelträger und bietet die typischen Vorzüge der Soundsmith-Tonabnehmer: Schnelligkeit, Dynamik und Auflösung, ohne dabei nervig zu werden. Erhielt von Stereophile ein „A“ Rating. Erhältlich mit mittlerer (für mittelschwere Arme) oder hoher (für leichte Arme) Nadelnachgiebigkeit. Auch als Mono-System erhältlich.

Boheme

Ähnlich dem Aida, allerdings mit „normalem“ contact line Nadelschliff. Das kostet zwar etwas Auflösung, hat jedoch auch den Vorteil einer geringeren Empfindlichkeit auf Justage-Fehler. An Tonarmen, die keine Einstellmöglichkeit für den Azimuth bieten, ist das Boheme dem Aida vorzuziehen. Erhältlich mit mittlerer (für mittelschwere Arme) oder hoher (für leichte Arme) Nadelnachgiebigkeit. Auch als Mono-System erhältlich.

Carmen

Ein günstiges Moving Iron System mit Aluminium-Nadelträger und elliptischem Nadelschliff.  Ausgezeichnetes Preis-Leistungsverhältnis und bestens für einfache Tonarme geeignet. Erhältlich mit mittlerer (für mittelschwere Arme) oder hoher (für leichte Arme) Nadelnachgiebigkeit. Auch als Mono-System erhältlich.

Otello

Das Einsteiger-System von Peter Lederman. Moving Iron Tonabnehmer mit Aluminium-Nadelträger und elliptischem Nadelschliff.  Trotz seines günstigen Preises wird auch das Otello zur Gänze in den USA, bei Soundsmith gefertigt. Unserer Einschätzung nach in seiner Preisklasse einzigartig. Erhältlich mit mittlerer (für mittelschwere Arme) oder hoher (für leichte Arme) Nadelnachgiebigkeit. Auch als Mono-System erhältlich.

Neben seinen Moving Iron Tonabnehmer baut Peter Lederman noch sogenannte „Strain Gauge“ Systeme. Dabei handelt es sich um eine Weiterentwicklung der alten keramischen Tonabnehmer, die mit vollkommen verträglichem Auflagedruck auskommt und klanglich wie technisch eine Reihe von Vorzügen bringt. Strain Gauge Tonabnehmer sind nicht für den Betrieb an herkömmlichen Vorverstärkern geeignet, sondern benötigen spezielle Elektronik. Details zur Strain Gauge Technologie werden wir demnächst auf einer eigenen Seite präsentieren.

 

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